Rebecca Harms

Mitglied des Europäischen Parlaments in der Grünen/EFA Fraktion 2004-2019

#atom    22 | 04 | 2016

Dossier: 5 Jahre Fukushima, 30 Jahre Tschernobyl


Aus aktuellem Anlass haben wir Informationen zum Stand der Atomindustrie in Europa und den anhaltenden Folgen der Katastrophe von Tschernobyl zusammengestellt.

GRÜSSE AUS FUKUSHIMA

Wie der japanische Senator und Anti-Atom-Aktivist Taro Yamamoto in seinem Videogruß erklärt, ist die radioaktive Belastung rund um Fukushima noch immer sehr hoch und liegt an vielen Punkten weit über dem, was beispielsweise nach der Tschernobylkatastrophe als akzeptabel galt. Er appelliert er an uns Europäer, den Menschen von Fukushima zu helfen. Er hofft, dass unsere europäische Erfahrung mit der Atomkatastrophe von Tschernobyl den Menschen in Japan helfen kann. Es ist die Weigerung der Regierung die Menschen zu schützen, an der Taro Yamamoto verzweifelt und die ihn dazu bringt für eine andere Gesellschaft zu kämpfen.

Aus einer Vortrags- und Recherchereise durch verschiedene japanische Großstädte - im Gepäck eine Studie über die Mängel des Stresstests und die Neugier auf die Lage in Japan ein Jahr nach Fukushima entstand das Taschenbuch von Rebecca "Ein Tag in Fukushima - eine Woche in Japan" - 88 Seiten Notizen und Fotos aus einem faszinierenden Land.


STAND DER ATOMWIRTSCHAFT UND REAKTORSICHERHEIT IN EUROPA

Atomenergie bleibt eine Hochrisiotechnologie, ein immer dringlicheres Thema in der EU, gerade angesichts unserer alternden nuklearen Infrastruktur. 2015 wurden in der EU noch 128 Atomkraftwerke betrieben, heißt es im World Nuclear Status Report unseres Atomexperten Mycle Schneider. Das Durchschnittsalter dieser Anlagen liegt bei 30,6 Jahren. Trotz der schrecklichen Erfahrungen in Japan und der Ukraine und trotz störanfälliger Meiler wie Fessenheim oder Cattenom in Frankreich und Rissen an belgischen Reaktordruckbehältern (Tihange und Doel) setzen viele Politiker die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger und der Nachbarländer aufs Spiel. Einen Überblick über den Stand der Atomwirtschaft und die Reaktorsicherheit in der EU gibt der Hintergrund "The state of nuclear in the European Union".


DIE LANGZEITFOLGEN VON TSCHERNOBYL

Tschernobyl hat uns viel gelehrt. So wissen wir nach 30 Jahren, dass die Folgen einer derartigen Katastrophe anhalten.  Dieses Jahr gab die Stadt Wien zusammen mit Global2000 eine Neuauflage des "Anderen Berichts zu Tschernobyl" (The Other Report on Chernobyl - TORCH)  in Auftrag. Die erste Fassung von TORCH hatte Rebecca zum 20. Jahrestag von Tschernobyl erarbeiten lassen. Die Ergebnisse bleiben erschütternd. Tausende von Menschen werden als Folge der Katastrophe erkranken und frühzeitig sterben. Radioaktive Belastung der Nahrung ist eine wichtige Ursache.


KONFERENZ 30 Jahre Tschernobyl: Zeitzeugen von gestern & Atomkraft von heute

Am 7. April 2016 haben auf einer großen überfraktionellen Konferenz im Europaparlament Zeugen, Atomenergieexperten und Abgeordnete über die Folgen der Katastrophe berichtet und diskutiert, die bis heute andauern. Die Konferenz mit Martin Schulz, Jo Leinen und Rebecca Harms hatte unter anderem die deutsch-ukraine Schriftstellerin Katja Petrowskaja, den Vorsitzenden des Liquidatorenverbandes Anatolij Gubarew und Iryna Holovko von Bankwatch zu Gast.

Katja Petrowskajas Rede finden Sie hier zum Download.

Das Video zum Vortrag von Ian Fairlie über den "Anderen Bericht zu Tschernobyl" können Sie sich hier anschauen.

Die Präsentation von Ian Fairlie zu den Gesundheitsfolgen der Katastrophe finden Sie hier zum Download.


Fotos

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